AB NOVEMBER 2003: Einheitliches Blumenlabel ist beschlossene Sache

Auf Konsumentenebene wird es zukünftig wohl nur noch ein einheitliches Label für Schnittblumen und Topfpflanzen geben. Dieses soll den Verbrauchern sowohl eine umweltgerechte Produktionsweise als auch soziale Min­deststandards garantieren. Wie Henning Moeller, Geschäftsführer des Verbandes des Deutschen Blumen-Groß­und Importhandels (BGI), auf der IPM berichtete, wollen die beteiligten Organisationen den Vertrag in den kommen­den Wochen unterzeichnen.

Ab November sollte dann entsprechende Ware im Handel sein. Laut Moeller einigten sich die Vertreter der niederländischen Milieu Programma Sierteelt (MPS) und des deutschen Flower Label Program (FLP) Ende Januar dieses Jahres nach teils schwierigen Ver­handlungen auf einen Text zu einheitlichen Standards für Umwelt- und Sozialverträglichkeit. Zur Feinabstimmung ist noch ein weiteres Treffen geplant. Auch Union Fleurs, der Weltverband des Blumenhandels, trage das Projekt mit. Das neue Label soll nach einem Vorschlag des Handels „Fair Flowers and Plants" (FFP) heißen. Die Einhaltung der Richtlinien werden externe Organisationen kontrollieren.

Die bisherigen Label bleiben laut Moeller auf Produzentenebene bestehen, den Betrieben werde also keine Ideologie übergestülpt. Wer seine Pflanzen unter dem neuen FFP-Label vermarkten will, müsse seine Produktionsweise an die jeweils erweiterten Umwelt- und Sozialstandards anpassen, die in etwa denen des FLP und des MPS-A zusammen entsprechen, übergangsweise auch MPS-B.

Am FFP können auch Produzenten teilnehmen, die anderen nationalen Labels angeschlossen sind, zum Beispiel „Florverde" (Kolumbien) oder „Das Grüne Zertifikat" (DGZ, Deutschland), wenn diese entsprechend angepasst sind. Laut Sylvia Honsberg, bei der Gewerkschaft IG BAU für das FLP zuständig, gibt es keine Kontakte zum DGZ. Es sei jedoch wünschenswert, dass sich möglichst viele Betriebe am FFP beteiligen. FFP soll nach Moellers Angaben weltweit präsent sein, beginnend allerdings mit einer Pilotphase in deutschsprachigen Gebieten. Später könnten zunächst die USA und Skandinavien folgen. Während das FLP vor allem bei Rosen aus Südamerika und Afrika zu finden war, soll unter FFP ein internationales Gesamtsortiment vertreten sein. Um den Einzelhandel und die Verbraucher zu überzeugen, ist eine Marketingkampagne geplant. An jedem zehnten Schnittblumen-Stiel soll ein FFP­Etikett angebracht sein.

Das niederländische Großhandelsgütesiegel „Florimark", das nach der Handelskette jetzt auch Produzenten zertifiziert, passt laut Moeller nicht mit FFP zusammen. Nach seiner Ansicht solle sich Florimark auf die Überwachung der Handelsphase beschränken.        

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