Florida - Bindegrün aus dem "Sunshine State"
Treefarn Plumosus

Florida,

Bundesstaat im Südosten der USA. Florida grenzt im Norden an die Bundesstaaten Alabama und Georgia , im Osten an den Atlantischen Ozean und im Westen an den Golf von Mexiko. Die Floridastraße trennt Florida von Kuba.

Der wirtschaftliche Aufschwung begann im frühen 20. Jahrhundert, heute verfügt der Staat über eine diversifizierte Wirtschaft. Florida ist bekannt für seine landwirtschaftlichen Erzeugnisse wie Zitrusfrüchte, aber auch die industriellen Produkte und die touristischen Attraktionen wie Walt Disney World nahe Orlando und das John-F.-Kennedy-Raumfahrtzentrum in Kap Canaveral. Die Bevölkerung Floridas hat sich zwischen 1960 und 1990 nahezu verdreifacht. Viele alte Menschen wählen ihren Ruhesitz in Florida. Der spanische Seefahrer Juan Ponce de León, der 1513 die Küste entdeckte, nannte es Florida (von spanisch „blühend“). Florida ist auch als Sunshine State bekannt. Die wichtigsten Städte sind die Hauptstadt Tallahassee, Jacksonville, Miami, Tampa, Orlando, Saint Petersburg und Hialeah.

Land

Der Bundesstaat hat eine Fläche von 170 313 Quadratkilometern. Die Halbinsel Florida erstreckt sich über eine Länge von 645 Kilometern zwischen dem Atlantischen Ozean und dem Golf von Mexiko. Der höchste Punkt liegt gerade 105 Meter über dem Meeresspiegel. Die Küstenlänge beträgt 2 173 Kilometer, die größte Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung etwa 725 Kilometer und ungefähr 580 Kilometer in Ost-West-Richtung.

Physische Geographie

Florida ist Teil des atlantischen Küstentieflands, das den Großteil der Ostküste der USA bildet. Den Untergrund bilden Sedimentschichten. Versickerndes Regenwasser hat den Kalkstein zum Teil aufgelöst, und so konnten sich die charakteristischen Seen bilden.

In der Mitte der Halbinsel erstreckt sich eine Hügelkette in südlicher Richtung fast bis zum Okeechobeesee. Marschland und Sümpfe kennzeichnen die Tiefebenen. Der Big Cypress Swamp und die Everglades bedecken den Großteil des südlichen Landesteiles. Inseln, Korallenriffe und Sandbänke säumen fast die gesamte Atlantikküste. Im Süden erstrecken sich die Florida Keys (einschließlich Key Largo und Key West), die Marquesas Keys und die Dry Tortugas.

In Florida gibt es nur vier größere Flüsse, die alle im nördlichen Landesteil verlaufen: der Apalachicola, der Suwannee, der St. Johns und der Escambia. Der Indian River, der sich ungefähr 210 Kilometer an der Ostküste entlangzieht, ist eine lang gezogene Lagune, die sich hinter einer Aufreihung vorgelagerter Inseln gebildet hat. Der Okeechobeesee im Süden der Halbinsel ist der drittgrößte Süßwassersee in den USA.

Klima

In fast ganz Florida herrscht ein subtropisches Klima. Die Südspitze der Halbinsel und besonders die kleinen Inseln südlich davon haben jedoch ein tropisches, wechselfeuchtes Klima. Die jährliche Durchschnittstemperatur beträgt im Nordwesten in Tallahassee 20 °C und in Fort Lauderdale im Südosten 25 °C. Die Extremwerte wurden mit –18,9 °C in Tallahassee (1899) und 42,8 °C in Monticello (1931) gemessen. Vor allem der Süden Floridas ist im Sommer und Herbst manchmal von Hurrikanen betroffen. 1992 wurden durch den Hurrikan Andrew 41 Menschen getötet und 160 000 obdachlos. Der Sachschaden belief sich auf 20 Milliarden Dollar.

Flora und Fauna

Ungefähr 35 Prozent der Landfläche Floridas sind mit Wald bedeckt. Im Süden liegen ausgedehnte Sumpfgebiete und Mangroven.

Der Bestand vieler in Florida heimischer Tiere ist bedroht. Zu diesen Tieren gehören Schwarzbär, Weißwedel- oder Virginiahirsch, Wildkatze, Graufuchs und der Floridapanther. Der Alligator ist noch weit verbreitet, ebenso Schlangen, Schildkröten und Skorpione. Die Vogelwelt weist Silberreiher, Flamingos und Pelikane auf.

In den Flüssen, Seen und Küstengewässern Floridas kommen rund 700 Fischarten vor. Am verbreitetsten sind Meeräsche, Forelle, Barsch und Schnapper.

Bevölkerung

Die Einwohnerzahl beträgt etwa 13 Millionen, was gegenüber 1980 einem Zuwachs von 32,7 Prozent entspricht. In diesem Zeitraum wuchs die Bevölkerung Floridas schneller als die der meisten anderen Staaten der USA. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte liegt bei 76 Einwohnern pro Quadratkilometer. Rund 80 Prozent sind Weiße, zehn Prozent Schwarze und zehn Prozent hispanischer Abstammung. Zu den Minderheiten zählen etwa 35 000 Indianer (u. a. Seminolen), ungefähr 31 000 Asiaten und Kubaner, die sich auf die städtischen Zentren wie Miami und Tampa konzentrieren. Der Anteil der Personen über 60 Jahren war mit 18 Prozent der höchste in den USA.

Bildung und Kultur

An den 95 Colleges und Universitäten sind etwa 480 000 Studenten eingeschrieben. Zu den staatlichen Hochschulen und Colleges gehören neben der Universität Florida u. a. das Bethune-Cookman College (gegründet 1904) in Daytona Beach, die Florida Atlantic University (1961) in Boca Raton und die Universität von Jacksonville (1934).

Die wichtigen kulturellen Einrichtungen finden sich vor allem in Städten wie Miami, Tampa und Saint Petersburg, Orlando, Sarasota und Jacksonville. Ein bedeutendes Museum ist das Florida Museum of Natural History in Gainesville, das archäologische Funde besitzt. Eine bedeutende Sammlung europäischer und amerikanischer Malerei ist in Sarasota im John and Mable Ringling Museum of Art beherbergt.

Sehenswürdigkeiten

Vielbesuchte Attraktionen sind Walt Disney World, der Everglades Nationalpark, Cypress Gardens in Winter Haven sowie Sea World und die Universal Studios in der Nähe von Orlando. Außerdem gibt es zahlreiche historische Stätten, die an die Zeit als spanische Kolonie erinnern. Die älteste gemauerte Festung in Nordamerika, die Teil des Castillo de San Marcos National Monument ist, befindet sich in St. Augustine und stammt aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Eine gewaltige Festungsanlage aus dem Jahr 1856 befindet sich im Dry-Tortugas-Nationalpark bei Key West.

Sport und Erholung

Wegen des sonnigen Klimas kommen jedes Jahr Millionen von Touristen nach Florida. Die zahlreichen Seen und endlosen Küsten sind ein Paradies für Süßwasser- und Hochseefischerei, Bootfahren, Schwimmen, Wasserski und Sporttauchen. In Daytona Beach findet jedes Jahr im Februar das Daytona-500-Stock-Car-Rennen statt.

Verwaltung und Politik

Die Verfassung von Florida trat im Januar 1969 in Kraft. An der Spitze der Verwaltung steht der Gouverneur, der vom Volk auf vier Jahre gewählt wird und maximal zwei aufeinander folgende Perioden im Amt sein kann. Das Kabinett hat sechs Mitglieder, die ebenfalls für vier Jahre gewählt werden. Die Legislative liegt beim Senat (40 Mitglieder) und dem Repräsentantenhaus (120 Abgeordnete). Als Vertretung auf Bundesebene entsendet Florida zwei Senatoren und 23 Abgeordnete in den US-Kongress. Der Staat hat bei den Präsidentschaftswahlen 25 Wahlstimmen.

Bodenschätze und Wirtschaft

Floridas wichtigste Rohstoffe sind Kalkstein, Phosphat (der Bundesstaat deckt 80 Prozent des Bedarfs der USA) und Erdöl. Des Weiteren kommen Erdgas, Schwefel, Kaolin, Ilmenit und Rutil vor.

Florida ist ein wichtiger Lieferant von landwirtschaftlichen Erzeugnissen, vor allem von Zitrusfrüchten und Orangen. Seit den siebziger Jahren gewinnt auch die Industrie an Bedeutung, heute werden von den Industriebetrieben u. a. Elektronikzubehör, Fahrzeuge und Präzisionsinstrumente hergestellt.

Geschichte

Das Gebiet des heutigen Florida wurde zunächst von Timucua, Apalachee und Calusa besiedelt. Im 18. Jahrhundert wurden die Seminolen zur vorherrschenden Volksgruppe.

Juan Ponce de León, ein spanischer Seefahrer, erreichte 1513 als erster Europäer die Küste von Florida. Auf späteren Entdeckungsreisen durch Pánfilo de Narvaez (1528) und Hernando de Soto (1539-1540) wurde die Halbinsel Florida weiter erforscht.

1562 brachte Jean Ribaut eine Gruppe von Hugenotten nach Florida, nahm das neue Territorium für Frankreich in Besitz und zog dann nach South Carolina weiter. Ribaut kehrte 1565 nach Florida zurück und wurde zusammen mit einer anderen Hugenottengruppe von spanischen Truppen unter der Führung von Pedro Menendez de Aviles in Fort Caroline inhaftiert und hingerichtet. Im selben Jahr gründete Menendez auch St. Augustine, das damit die älteste feste Siedlung der Europäer in den USA war.

Die Spanier traten 1763 nach Beendigung des Siebenjährigen Krieges Florida an Großbritannien ab. Spanien erhielt Florida im Frieden von Paris 1783 zurück. 1810 gaben die Vereinigten Staaten bekannt, dass Westflorida zu dem im Kauf von Louisiana 1803 erworbenen Gebiet gehöre und somit amerikanischem Recht unterstehe.

Das 19. Jahrhundert

Spanien trat Florida im Adams-Onís-Vertrag von 1819 an die Vereinigten Staaten ab. Die Seminolen wurden gezwungen, ihr Land zu verlassen. Die Mehrheit weigerte sich jedoch, das Land zu verlassen und zog unter dem Anführer Osceola gegen die US-Truppen in den Kampf (Zweiter Seminolenkrieg, 1835-1842). Siehe Seminolenkriege .

Florida trat den Vereinigten Staaten 1845 als 27. Staat bei. Am 10. Januar 1861 spaltete sich der Staat ab und schloss sich den Konföderierten Staaten an. Während des Bürgerkrieges (1861-1865) eroberten die Truppen der Unionsstaaten die meisten wichtigen Küstenstädte und ernannten einen provisorischen Gouverneur. 1868 wurde eine neue Verfassung verabschiedet, in der die Abschaffung der Sklaverei und das Wahlrecht für die Schwarzen festgeschrieben wurde. Florida wurde erneut Mitglied der Vereinigten Staaten.

Das 20. Jahrhundert

Im späten 19. Jahrhundert begann der wirtschaftliche Aufschwung Floridas. Die Bevölkerung des Staates hatte sich zwischen 1870 und 1890 verdoppelt. Der Tourismus erlangte seit den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wachsende Bedeutung.

Die hohe Nachfrage nach Land verdoppelte die Preise zwischen 1920 und 1925.

1900 zählte Florida nur 528 000 Einwohner, 1960 waren es fast fünf Millionen und mittlerweile sind es etwa 13 Millionen. 85 Prozent der Einwohner leben in verstädterten Gebieten.

Nach dem 2. Weltkrieg haben Tourismus und Industrie mehr und mehr Bedeutung gewonnen und eine breit gefächerte wirtschaftliche Basis geschaffen.

Da das rapide Bevölkerungswachstum Probleme mit sich bringt, wird vonseiten der Regierung versucht, die Zuwanderung einzuschränken