Der Gesamtmarkt Blumen und Pflanzen wächst ?!

Wo steht heute der Markt für Blumen und Pflanzen? Einen ak­ tuellen Überblick von der Entwicklung des Pro-Kopf-Verbrauches bis zu den Verände­ rungen bei den Markt­ anteilen des Fachhan­ dels sowie den Ten­ denzen im Export gibt Richard Niehues von der Zentralen Markt­ und Preisberichtstelle der deutschen Agrar­ wirtschaft (ZMP).

Basis für die Angaben über den privaten Verbrauch ist das 1o oooer Individualpanel. 10 000 Deutsche ab zehn Jahre geben dabei monatlich Auskunft über ihre Einkäufe an Blumen und Pflanzen. Das Panel betreibt die GfK, unter anderem im Auftrag der ZMP und der CMA.

Quelle: GfK Individuealpanel im Auftrag von CMA und ZMP

 
Aktueller Marktüberblick - Wachstumsmarkt Blumen und Pflanzen?

Insgesamt verzeichnet der Gesamtmarkt für Blumen und Zierpflanzen ein geringes aber kontinuierliches Wachstum von rund einem halben Prozent pro Jahr. Unter Gesamtmarkt ist sowohl der private Verbrauch als auch die Ausgaben öffentlicher und gewerblicher Konsumenten zu verstehen. Vor allem die Bereiche Stauden, Beet- und Balkonpflanzen und blühende Zimmerpflanzen sind in den vergangenen Jahren ständig leicht gewachsen.

Bis 2003 sanken dagegen die Ausgaben im Segment Schnittblumen, das sich jedoch inzwischen bei rund drei Milliarden Euro zu Einzelhandelspreisen stabilisiert hat.

Schnittblumen sind mit einem Anteil von 35 Prozent jedoch weiterhin das mit Abstand größte Segment des Marktes für Blumen und Zierpflanzen, der sich auf insgesamt rund 8,4 Milliarden Euro zu Einzelhandelspreisen beläuft. Auf Zimmerpflanzen und Beet- und Balkonpflanzen entfallen jeweils rund 22 Prozent der Ausgaben. Das Marktvolumen beläuft sich dabei jeweils auf rund 1,9 Milliarden Euro zu Einzelhandelspreisen. Den Staudenmarkt schätzt die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle der deutschen Agrarwirtschaft (ZMP) derzeit auf rund 390 Millio­ nen Euro. Das Marktvolumen hat sich bei Stauden in den vergangenen zehn Jah­ ren nahezu verdoppelt. Das Marktvolumen für Gehölze beläuft sich insgesamt auf mehr als 1,3 Milliarden Euro und hat sich damit trotz deutlicher Schwankungen in den vergangenen Jahren gegenüber der Warenstromanalyse 1999/2000 kaum verändert.

AUF UND AB BEI BEET- UND BALKONPFLANZEN

Deutliche Schwankungen wies der Markt für Beet- und Balkonpflanzen in den vergangenen zwei Jahren auf. In den zurückliegenden zehn Jahren lag das Marktwachstum in diesem Seg­ ment bei durchschnittlich plus ein bis plus zwei Prozent pro Jahr. 2003 ist der Bereich durchweg sehr stark angestiegen und wuchs rund viermal so stark wie im langfristigen Durchschnitt. Das Folgejahr 2004 war hingegen witterungs- und konjunkturbedingt ein eher leicht unterdurchschnittliches Jahr, die Umsätze des Jahres 2002 wurden nur leicht übertroffen. Im direkten Anschluss an das sehr gute Jahr 2003 war ein schlechtes Jahr jedoch denkbar un­ günstig und „überschwemmte" den Markt mit Ware, so dass die Erzeugerpreise sehr deutlich nachgegeben ha­ ben und dennoch viel Ware nicht abge­ setzt werden konnte.

Auch das Jahr 2005 fing aufgrund der Witterungslage im März sehr schlecht an, inzwischen hat sich das Geschäft mit Beet- und Balkonpflanzen etwas normalisiert.

[Richard Niehues (rni), Zentrale Markt- und Preisberichtstelle (ZMP), Bonn]

 

 

BLUMEN UND PFLANZEN

Unter dem Marktsegment Blumen und Pflanzen werden hier die Marktsegmente Schnittblumen in­ klusive Schnittgrün, Topfpflanzen, Stauden und Gehölze verstanden. Dünger, Erden, Gartenbedarf sowie Erlöse über Dienstleistungen, die nicht aus dem Verkauf von Pflanzen stammen, sind darin nicht ent­ halten. [rni]