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Russland verbietet Blumen-Import

dpa/Roland Scheidemann
Die Niederlande versorgen drei Viertel des russischen Blumenmarktes.

Moskau - Russland hat ein Einfuhrverbot für Topf- und Schnittblumen aus den Niederlanden eingeführt, die drei Viertel des russischen Marktes versorgen. Mit der Maßnahme solle die Ausbreitung des Blumenschädlings Thrips (Frankliniella occidentalis) in Russland verhindert werden, sagte der Chef der Veterinäraufsicht, Sergej Dankwert, am Montag in Moskau. Der russische Blumenmarkt hat ein Jahresvolumen von etwa 825 Millionen Euro.

Forderung nach Maßnahmen

In der Vorwoche hatte nach Angaben aus Moskau eine niederländische Firma mit Thrips verseuchte Topflumen nach Russland exportiert. Die gesamte Partie habe nach einer Kontrolle vernichtet werden müssen. "Das Verbot gilt, bis die niederländischen Behörden entsprechende Sicherheitsmaßnahmen getroffen haben", sagte Dankwert.

Im EU-Binnenmarkt sei Thrips weit verbreitet, sagte Elisabeth Jägersberger, Leiterin der Pflanzenschutzstelle in der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit in Wien. Ein Einfuhrverbot gebe es in der EU nicht.

Bei Thrips handelt es sich um etwa einen Millimeter kleine mottenähnliche Insekten, die sich in Knospen oder zwischen den Blättern verstecken. Die Tiere und ihre Larven befallen etwa 200 Arten von Zimmerpflanzen und richten laut Jägersberger sichtbare Schäden an. "Sie saugen die Zellen aus."

Artikel vom 28.06.2004 |apa,dpa |ch